Nachhaltige Wirtschaft und Beschäftigung mit Perspektive 2030

     DER STANDORT ELTVILLE  IM

     DEMOGRAFISCHEN WANDEL

1. Wirtschaft, Touristik, Weinbau


Eltville (E) am Rhein ist mit 17.508 Einwohnern (EW) per 31.12.09 die größte Stadt im Rheingau. Die Bevölkerungsdichte ist mit 374 EW/km² relativ gering. Die Stadt liegt mitten im Weinbaugebiet am rechten Rheinufer. Sekt, Rosen und Fachwerk zeichnen die touristisch attraktive Stadt aus.

 

Alle Wirtschaftszweige haben sich in den letzten 25 Jahren positiv entwickelt, ausschließlich des Personalrückganges von 200 Mitarbeitern per Saldo im produzierenden Gewerbe. Der größte Arbeitgeber in Eltville, die mittelständische Firma Jean Müller, hat die Mitarbeiteranzahl seit den 90-er Jahren von 900 auf unter 500 vor Ort verringert bei einer Umsatzsteigerung auf 76 Mio. € im Jahr 2010. Dieser Personalrückgang konnte von den 35 neuen IT-Unternehmen nicht ausgeglichen werden.

 

Laut Einzelhandelsgutachten gibt es in Eltville 129 Geschäfte/Betriebe mit einer Verkaufsfläche von 17.055 m² und einem Umsatz von 65,3 Mio. € (Anteil: 28,3%). 

Die Gesamtleistung der Wirtschaft in Eltville beträgt demnach hochgerechnet ca. 231 Mio. €. Die Kaufkraft  hat 2010 ein Volumen von insgesamt 389,9 Mio. €.

 

Die Nachfragestruktur im Tourismus 2008 lässt sich durch die Betten/Übernachtungen pro Einwohner (EW) im Vergleich darstellen:

 

Hessen:           0,45 Übernachtungen /EW

Eltville:             5,87            "                   "

Rüdesheim:   39,60           "                  "

RTK:                6,53           "                   "

 

Das touristische Potenzial ist in Eltville also ausbaufähig. Dazu sollte das Marketing der Branche nicht durch die Stadt auf Kosten der Steuerzahler, sondern von den Gewerbetreibenden selbst betrieben werden.


Für Eltville gesamt gelten nach der GfK-Kaufkraft 2010 folgende Kennziffern:

Bezeichnung       Einwohner     EUR/EW       %            Bemerkungen
Bevölkerung           17.508
(
01.01.2009)
Kaufkraft                                      22.268,-    118,3          389.868 T€ p.a.
Kaufkraft für
Einzelhandel                                 5.553,-     109,2           97.221T€ p. a.
POS- Umsatz                               3.210,-       67,8           Umsatz/EW
EH- Zentralität                                                 62,1            Kaufkraftabfluss
                                                                                            40.249.500 € p. a.

                                                                                            (entspricht 300 AP)

 

 

Die Kaufkraft in Eltville liegt also wesentlich über dem Bundesdurchschnitt; der Einzelhandels-Umsatz aber nur bei 67,8%, d.h., es gibt einen großen Kaufkraftabfluss (s. EH- Zentralität) von 32,2%.  Zum Vergleich: Wiesbaden hat eine EH- Zentralität von 119,5%.

 

Die Ursachen, Wirkungen und Konsequenzen  dieser Entwicklung beinhalten nicht nur ein erhebliches abfließendes Umsatzpotenzial von EUR 40,2 Mio. In der Folge gehen ca. 300 Arbeitsplätze und Steuereinnahmen für das Gemeinwesen verloren. Die jährlich wiederkehrenden Geschäftschließungen in der Kernstadt sind ein Symptom der unzureichenden Angebotsstruktur, zu hoher Mieten und dem Kaufkraftabfluss.

 

Die Kaufkraftabdeckung nach Produktgruppen ist in Eltville wie folgt:

 

Lebensmittel:           Abflüsse nach Wiesbaden

Drogerien:               dto.

Bekleidung:             Sehr geringe Kaufkraftbindung in allen Kommunen

Schuhe:                   Nur geringe Kaufkraftbindung

Möbel:                     Fast keine Kaufkraftabdeckung

Glas, Porzellan:       Nur geringe Kaufkraftbindung

 

 

Wieso fließt trotz der sehr engagierten und kreativen Gewerbetreibenden und der IGE ein so hohes Maß an Kaufkraft in das übrige Rhein-Main-Gebiet ab? Eine bessere Kaufkraftbindung könnte durch:

 

- mehr Verkaufsfläche,

- mehr und verschiedene Marken,

- breites Sortiment für Alt und Jung

- einer Sortimentsausweitung pro Produkt,

- die Spezialisierung gegenüber dem Wettbewerb

- das Besetzen von (spezial-) Nischen, z.B. umwelt- und energiegerechten 

  Angeboten

- Angebot der Grundversorgung in allen Stadtteilen

 

erreicht werden. Eine höhere Kaufkraftbindung könnte zum Beispiel durch ergänzende Angebote infolge der Aufstockung des EKZ am Kiliansring und/oder der Nutzung des Grundstückes der ehemaligen Wäschefabrik neben der Feuerwehr erreicht werden. Es mangelt jedoch an einem Konzept und der Projektplanung für dieses Vorhaben mit mehr Verkaufsfläche zu bezahlbaren Mietkosten im EKZ und Schaffung von Arbeitsplätzen.

 

 

Eine zwar nicht repräsentative aber authentische Umfrage des Verfassers bei Gewerbetreibenden und Verbrauchern zu den Standortfaktoren in der Zeit von Juni bis Oktober 2010 ergab:

 

- Die Menschen leben gerne in Eltville, Einkäufe (z.B. Lebensmittel, Bekleidung oder

   Möbel) erledigen sie aber lieber in Wiesbaden, Mainz und Frankfurt am Main

- Die Kaufkraft der Einwohner ist in Eltville mit 118,3% vergleichbar hoch wie in

  Wiesbaden,    

   die Kaufkraft des Einzelhandels mit 67,8% aber vergleichsweise gering. Daraus

  ergibt

   sich ein Kaufkraftabfluss von rund 40 Mio. € p.a. in das Rhein-Main-Gebiet

- Eine große Sogwirkung des weiteren Rhein-Main-Gebietes durch die dortige

   Angebotsstruktur, die bessere Infrastruktur mit Flughafen, die Nähe zu den Zentren,

  die  Wohnungs- und Arbeitsplatzangebote

- In allen Stadtteilen ist das Angebot unzureichend, an der Peripherie fehlt zum Teil

  die Grundversorgung

- Der Einzelhandel lebt zur Zeit von den Rentnern, einer Zielgruppe mit sinkenden

   Einkommen in den nächsten Jahrzehnten

- Die nachfolgenden Generationen sind mit Einkaufszentren vertraut und brauchen

   pfiffige Angebote für Alt und Jung mit breitem Sortiment

- Der Einkaufsstandort wird zu wenig beworben und verliert durch das

  unzureichende

   und branchenkonzentrierte Angebot an Attraktivität

 - Die Bürger haben ein erheblichen Informationsbedarf, der durch die

   Stadtverwaltung nicht erfüllt wird

- Erschwerend zur derzeitigen Situation kommt der demografische Wandel mit

  verringerter

   Kaufkraft der stark wachsenden Anzahl von Senioren hinzu

- Die Standortfaktoren zur Daseinsvorsorge werden vernachlässigt, die wirtschaftlich

   wichtigen jungen Familien werden durch mangelnde Krippenplätze und die hohen

   Grundstückspreise abgeschreckt. Die Gewerbetreibenden befürchten deshalb zu

   Recht eine weitere Abwanderung von Kaufkraft

- Wirtschafts- und Technologieförderung findet nicht statt, wird jedenfalls nicht

   nachvollziehbar und transparent wahrgenommen.

 

Detaillierte Ergebnisse der Umfrage zu den Standortfaktoren können sie im Bedarfsfall den zusammengefassten Umfrageergebnissen und/oder der Power Point Präsentation entnehmen.

  

 

Eltville liegt im Bestimmten Weinanbaugebiet Rheingau. Das Weinanbaugebiet  ist bekannt für seine großen Rieslinge, aber auch für hervorragende Spätburgunder und Weißherbste auf fruchtbaren Böden und sonnenverwöhnten Südhängen. Die wirtschaftlichen Strukturen und Standortfaktoren des Weinbaus sind durch folgende Daten gekennzeichnet:

 

Rebfläche: 840 ha, Hektarertrag: 80 Hektoliter/ha, Gesamtertrag: 6.720.000 Liter, davon 60% Flaschenwein:

4.032.000 Liter a 5,50 EUR/l =                                                        EUR 22.176.000,-

40% Most- u. Faßwein: 2.688 l a 0, 90 EUR=                                  EUR   2.419.200,-

Gesamtumsatz:                                                                                EUR 24.595.200,-

Anzahl der Weinbaubetriebe: ca. 15% v. Rheingau=   97

Anzahl der Mitarbeiter und Betriebsleiter: ca.            124

Umsatz/Mitarbeiter:                                                                  EUR      198.348,-

 

 

 

 

 

2. Einflussfaktoren in der Perspektive 2030

Die Wirtschaft steht bis 2030 im Zeichen der demografischen Entwicklung, des Klimawandels, der Ökologie, des zunehmenden (globalen) Wettbewerbs und der Energiewende.

 

Zu den Rahmenbedingungen der Wirtschaft und als Standortfaktor zählt die Bevölkerungsentwicklung in Eltville und im Ergänzungsgebiet Kiedrich und Walluf. Der Masterplan Demografischer Wandel der Hessen Agentur weist nach den Ermittlungen der Bertelsmann-Stiftung folgende Daten aus:

 

 

 

                                  Bild.: Sektkellerei Rotkäppchen Mumm, Eltville

Die Eltviller Bevölkerung wird sich in diesem Zeitraum von ca. 17.500 (2010) um ca. 1.200 auf ca. 16.300 EW verringern. Der Anteil der über 65-Jährigen steigt auf ca. 10.000 EW oder 62%. Dies führt zu einem steigenden Mangel an qualifizierten und erfahrenen Mitarbeitern bei längerer Lebensarbeitszeit.

 

Diese Entwicklung ist schon heute spürbar, zumal sich die Altersstruktur in den Unternehmen auf die mittleren Altersgruppen konzentriert. Derzeitig sind in Deutschland nur 37% der 55- bis 64-Jährigen berufstätig. Deren Potenziale werden künftig gebraucht.

  

Die Anforderung, die der demografische Wandel an moderne, zukunftsorientierte Unternehmen richtet, liegt darin, eine immer älter werdende Belegschaft und dem Rückgang an qualifizierten Nachwuchskräften zu begegnen.

  

Bis zu den ersten Demografiebeauftragten ist es in den Unternehmen nicht mehr weit. Hinsichtlich der Einstellung des Angebotes auf  die ältere Generation verweisen wir auf die Firma beromobil GmbH in E-Erbach, die Elektromobile für Senioren in Hessen und Rheinland Pfalz anbietet.

Mit dem starken Anstieg des Bevölkerungsanteiles der über 65-Jährigen ist eine Verringerung der Kaufkraft in Eltville verbunden. Die künftige Rentnergeneration mit vielfach gebrochenen Erwerbsbiografien wird nach den Rentenreformen der letzten 10 Jahre nur noch über 40 bis 44% des letzten Erwerbseinkommens verfügen können. Auch aus diesem Grund ist die  Steigerung der Einzelhandelszentralität in Eltville angezeigt.

 

Vielfach unterschätzt werden die Herausforderungen für die Wirtschaft durch den demografischen Wandel: Mit der Gesellschaft ändern sich auch Kunden, verändern sich deren Erwartungen, Anforderungen und Bedürfnisse. Mit den Kunden, die weniger, älter und bunter werden, wird sich auch die Wirtschaft selbst in wesentlichen Bereichen anpassen und verändern. Im gesellschaflichen Wandel liegen deshalb auch die wirtschaftlichen Chancen.

 

Das Wohnen ist für Menschen generell, insbesondere aber für die ältere Generation ein zentrales Thema. Rund um diesen Lebensmittelpunkt bieten sich neue Chancen für Handwerksbetriebe, etwa bei Anpassungsmaßnahmen im Wohnungsbestand oder bei der Neuerrichtung barrierefreinen Wohnraums. Hinzu kommen haushaltsnahe Dienstleistungen, die über Pflegedienstleistungen oder den täglichen Menuedienst hinausgehen. Auch in der Gastronomie oder im Bereich von Bildung, Kultur und Freizeit entwickeln sich neue, zielgruppenspezifsche Angebote.


Auf der einen Seite stehen die wirtschaftlich vitalen, urbanen Zentren -wie Frankfurt a. M.- als Sammelbecken ganz unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen, auf der anderen Seite die peripheren , ländlichen Gebiete -wie Eltville und sein Umfeld-, geprägt durch selektive Bevölkerungsverluste. Der Stadt-Land-Gegensatz wird künftig noch deutlicher.

 

Daraus resultierende Handlungsansätze sind:

 

     -   Angesichts der Abnahme und Alterung der Bevölkerung im ländlichen Raum  

         Rheingau gilt es, die Disparitäten zum Rhein-Main-Ballungsgebiet abzubauen, 

         Schaffung neuer Arbeitsplätze im Handel, Gewerbe, Dienstleistungssektor und

         in der mittelständischen Industrie mittels Angeboten und Produktion neuer

         Produkte bzw. Leistungen z.B. für die dezentrale erneuerbaren Energien,

         Umwelt- und Klimaschutz, die E-Mobiltät, Wohnen, Gesundheit, Infrastruktur,

         Wanderbewegung in Rhein-Main zugunsten Eltville umkehren, demografischen

         Wandel als Chance für die Zukunftsfähigkeit der Stadt nutzen.

     -   Angebot und Nachfrage vor Ort in Übereinstimmung bringen, hohe Kaufkraft

         vor Ort binden. 

     -   Diversifizierung der Wirtschaft einschließlich Handel.

     -   Eine kinderfreundliche Politik mit Beteiligung der Wirtschaft, Kinderkrippen

         und Kindergärten nach Bedarf der Bevölkerung ausbauen.

     -       Eine Bildungspolitik nach den gesellschaftlichen Anforderungen als 

          Standortfaktor ausrichten, kommunale Bildungslandschaften als Beitrag zur

          nachhaltigen Regionalentwicklung, Mitverantwortung von Gesellschaft und 

          Wirtschaft.

      -       Entwicklung der Infrastruktur, des Wohnungsmarktes, des

     Gesundheitswesens, der Ökologie und der dezentralen Gewinnung bzw.

     Umwandlung erneuerbarer Energie.

     bis zu einem Anteil von 100%, Kosteneffizienz bei der Energieversorgung

     fördern, Verbesserung von Umwelt und Landschaft, Verbesserung der

     Lebensqualität.

-        Bündelung der Kräfte für die Zukunft des Mittelstandes durch Setzung von

     Rahmen- Bedingungen für Kooperationen, Bündelung von Aufgaben,

     Dienstleistungen und Kompetenzen, branchenübergreifende Lösungen,

     Komplettlösungen und

     Serviceleistungen, wie z.B. Lieferdienst

-       Entscheidungen zu allen Standortfaktoren der Daseinsvorsorge in den nächsten fünf Jahren für die nächsten Generationen treffen,

-         Wirtschafts- und Technologieförderung mit Nutzung des Gründerpotenzials vor allem in den Zukunftstechnologien mit Potenzial zur Personalentwicklung.

 

 

In den Standort Eltville muss mehr investiert werden, um ihn zu erhalten und zu fördern.

 

Die Zukunft in unserem ländlichen Raum muss öffentlich mit den Bürgern diskutiert und mit deren Beteiligung geplant werden.

 

Der Mittelstand ist das Rückgrat der wirtschaftlichen Entwicklung in Eltville. Die Infrastruktur, die Wirtschafts- und Technologieförderung der Unternehmen setzt die Rahmenbedingungen zur Meisterung der künftigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Auch dies liegt in der Verantwortung der Stadtverwaltung.

 

 

Für die nachhaltige Entwicklung des Mittelstandes sind folgende Standortfaktoren wichtig:

                              

 

- Infrastruktur, Verkehr:

 

 

Eine hochwertige Verkehrs-Infrastruktur ist unverzichtbar für den Erfolg der Region. Dabei  

hat die Breitbandversorgung den Rang von Straße und Schiene. Unterschiede in der

Verfügbarkeit und Qualität von hochwertigen, schnellen Verkehrsanbindungen, wie z.B.

der Verkehrsanschluss von Rüdesheim, sind zu beseitigen. Die Erreichbarkeit von IC/ICE-

Bahnhöfen ist verbesserungsbedürftig.

 

- Verfügbarkeit von Fachkräften, Entlohnung:

  

   Dies sind zunehmend wichtige Erfolgsfaktoren. Klein- und Mittelbetriebe haben

   einen

   großen Anteil an der Arbeitskräftenachfrage. Sie stehen damit im Wettbewerb zum

   übrigen Rhein-Main-Gebiet. Es gilt, die Ausbildung von Fachkräften im Mittelstand

   zu verstärken, um den künftigen Bedarf zu decken. Die Entlohnung und die

   Arbeitsbedingungen müssen als Erfolgsfaktor dem Wettbewerb standhalten. Gute

   Ausbildung, Entlohnung und Arbeitsverhältnisse schafft Fachkräftenachwuchs.

 

 

- Gewerbeflächen, Gründerzentrum:

 

   Verfügbare Gewerbe- und Logistikflächen müssen zu allen Zeiten entwickelt und

   vermarktet werden und zwar in der Nähe leistungsfähiger Verkehrsachsen. Die

   mangelnden Voraussetzungen haben Ansiedlungen in der Vergangenheit

   verhindert.

   Daraus sollten die richtigen Schlüsse gezogen werden.

   Als günstig kann sich die Nutzung von Leerständen erweisen. Auf diese Weise

   können,          

   z.B. im Mittelzentrum Eltville, ein Technologie- und Gründerzentrum sowie ein

   Einkaufszentrum zur Kaufkraftbindung und Schaffung von Arbeitsplätzen

   entstehen.

   Dabei gilt es, die Finanzierungshilfen des Landes Hessen in Anspruch zu nehmen

   bei der Existenzgründung und der Mittelstandsförderung.

 

 

-   Energieversorgung und –Preise, Abfallentsorgung:

 

    Für energieintensive Produktionsbetriebe, die im nationalen und internationalen

    Wettbewerb stehen, ist dies ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Die

   dezentrale Energieerzeugung und das Netz in kommunaler Hand können eine

   wichtige Rolle  bei der E-Versorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen spielen.

 

 

     Gleiches gilt für die Abfallentsorgung zu bezahlbaren Preisen. Auch die

     Abfallentsorgung ist einer der wichtigsten Standortfaktoren. Durch die

     demografische Entwicklung ist mit  deutlich höheren Kosten zu rechnen. Es ist im

     Bereich des Gewerbe- und Hausmülls auf ausreichende Kapazitäten zu achten.

 

-   Steuern und Abgaben:                                  

 

   Als wichtige Rahmenbedingung bei der Ansiedlung von gewerblichen Unternehmen

   schlagen sich Steuern und Abgaben sofort in den Kosten nieder und

   beeinträchtigen den Gewinn. Die Multiplikation des vom Finanzamt festgelegten

   Steuermessbetrages mit dem kommunalen Hebesatz ergibt die steuerliche

   Belastung für das Unternehmen. Der Hebesatz der Kommunen im Rheingau zeigt

   deutliche Unterschiede in der Ansiedelungspolitik.

 

 

-   FuE-Einrichtungen:

 

   Die Verfügbarkeit und Nutzung von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen

   von vorhandenen Hochschulen in der Nähe mit verschiedenen strategischen  

   Ausrichtungen Ist für viele mittelständische Unternehmen mit begrenzten eigenen

   Kapazitäten und Ressourcen unabdingbar für die Zukunftsfähigkeit.

 

 

 

- Bürokratie (-Kosten), wirtschaftliches Klima, Image der Region:

 

   Die durch Gesetze und Verordnungen auferlegten Verwaltungs- und

   Informationspflichten und solche, die aus dem Umgang mit der öffentlichen

   Verwaltung resultieren (Gebühren), werden zusammen mit einer

   unternehmensfreundlichen Verwaltung als Standortfaktor von über 50% der

   Unternehmen als sehr hoch bewertet. Das Wirtschaftsklima wird davon

   beeinflusst, welche Prioritäten der wirtschaftlichen  Entwicklung seitens der

   relevanten Akteure zugewiesen wird und ob diese sich auf eine

   einheitliche wirtschaftliche Entwicklungsstrategie verständigen können. Das

   wirtschaftliche Klima wird also vom Miteinander, zum Beispiel im „Bündnis für den

   Mittelstand“, bestimmt. Die beteiligten Akteure aus Politik, Verwaltung, Verbänden

   und Unternehmen kennen das Verbesserungspotenzial.

   Eine „entbürokratisierte“ Zone in einer Modellregion könnte bei Einklang der Politik

   und Verwaltung mit der Wirtschaft eine wirtschaftsfreundliche Stimmung zeitigen.

   Messbare wirtschaftliche Vorteile des positiven Images der Region sind nur sehr

   begrenzt feststellbar. Das wäre z.B. mit einer gemeinsamen Entwicklungs- und

   Vermarktungs- strategie des Touristik-, Gastgewerbe-, Winzer-, Urlaubs-, Kultur-

   und Freizeitangebotes möglich.

 

 

   Eine in großen Teilen ländlich geprägte Region wie unsere funktioniert nur mit

   starkem Ober- und leistungsfähigen Mittelzentrum. Als zu entwickelndes

   Dienstleistungszentrum könnte das Mittelzentrum Eltville mit der Bebauung des

   Rheingauhallengeländes und der Nutzung des Grundstücks der ehem.

   Wäschefabrik regionale Wirkung erzielen.

 

 

- Bildungsangebot:     

  

Die Qualität der Schulen ist ein wichtiger Standortfaktor, sie entscheidet über die Zukunftsfähigkeit unserer Region. Wer Besonderes zu bieten hat,hat Vorteile. Das kann durch die Hansenberg- oder eine internationale Schule der Fall sein. Die Lehrpläne sind ja landesweit gleich, eine internationale Schule gibt es aber im Rheingau nicht.

 

 

- Erholungs- und Freizeitangebot:

 

   Einen Großemittenten von Luftschadstoffen gibt es Im Rheingau zwar nicht, die

   Beeinträchtigungen durch den Luft-, Schienen- und Straßenverkehr sind aber

   deutlich wahrnehmbar. Die Lärmbelästigungen durch den Flugverkehr ist durch

   Verlegung der Flugrouten über schwach besiedelte Waldgebiete bei Einhaltung

   der vorgeschriebenen Flughöhe von 2400 m und Gleitanflug zum Flughafen

   Rhein-Main zu minimieren. Nur so kann die Lebensqualität im Rheingau erhalten

   bleiben.

   Die Waldfläche und die Gewässergüte belegen eine gute Umweltqualität. Die

   Umwelt-Qualität der Region zeigt, dass eine leistungsfähige Wirtschaft und die     

   Natur im ländlichen Raum kein Widerspruch sind.

 

 

Die genannten Standortfaktoren , wie z,B. Energiekosten, Ver- und Entsorgungskosten, Steuern und Abgaben sowie Bürokratiekosten müssen national und international wettbewerbsfähig sein. Forschungseinrichtungen bieten Chancen, Wettbewerbsvorteile zu generieren. Politik und Wirtschaft haben im Einklang den gewünschten Erfolg. Der Rheingau hat eine attraktive, zu wenig genutzte und kommunizierte Mischung von Wirtschaft einschl. Gewerbe, Kultur, Natur und Freizeit. Ein Ansatz wäre die gemeinsame Entwicklungs- und Vermarktungsstrategie der Standortortvorteile. Das beinhaltet auch die Entwicklung von Konzepten zum Erhalt und Ausbau von Kommunen.

                                          Bild: Solardach Fa. Jean Müller, Eltville

 

 

Ein Beispiel für die Bürgerbeteiligung beim Thema "Angebot und Nachfrage" geben die nachstehenden Presseartikel:

Nachhaltigkeit ist A+O in der Wirtschaft:

Fortsetzung - Link: medicom.com

Die Zukunft gehört der ökologisch-nachhaltigen Kreislaufwirtschaft bei Nutzung effektiver Energiesystem und bei sozialem Interessenausgleich:

Klimaökonomie - 07.06.2020 - Interview mit Ottmar Edenhofer:

Das ganze Interview lesen - Link:

deutschlandfunk.de/klima-oekonom-ottmar-edenhofer-eine-co2-bepreisung-startet.868.de.html?fram:artide_id=478056

Ökologie, Weinbau und Klimafarming:

Fortsetzung - Link: ithaka-journal/inhelt/klimafa...

Mehr nachhaltige Wirtschaft und Beschäftigung entnehmen Sie bitte der Homepage:

 

www.forum-generationen-zukunft.de

Forum Nachhaltig Wirtschaften 05/2020 - Website: www.forum-is.de:

Weitere profunde Themeninfo: www.forum-generationen-zukunft.de

 

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